Von all den Krankheiten, bei denen eine Verknüpfung von Psyche und Symptomen zugrunde liegen kann, stellt die Hyperhidrose ein besonders eindrucksvolles Kapitel dar. Schweiß auf der Stirn, Schwitzflecken, Schweißgeruch usw. lassen viele Interpretationen der Ursachen zu und werden deshalb von vielen Betroffenen als peinlich empfunden. Die Scham führt zur Angst, die Angst aktiviert das vegetative Nervensystem, Acetylcholin wird freigesetzt und der Fluchtnerv Sympathicus gibt Impulse für noch mehr Schwitzen. So ist ein Teufelskreis in Gang gesetzt, aus dem es für viele Patienten, die krankhaft schwitzen, ohne Hilfe keinen Ausweg gibt. Gelingt es, den überschießenden Schweißfluss durch eine symptomatisch wirkende Therapie zu stoppen, gibt es keinen Anlass mehr für Scham, Angst usw. – das Problem ist gelöst. Doch nicht immer ist diese ideale Lösung erreichbar und auch wenn das Schwitzen reduziert, aber nicht ausreichend gemindert wird, verbleibt für den Betroffenen die doppelte Belastung. Einerseits die Hyperhidrose als Krankheit – andererseits die psychische Belastung als Verstärker des Problems und letztlich die Unsicherheit, ob das Schwitzen rein „organisch bedingt“ oder psychisch bedingt ist. Nicht wenige Betroffene versuchen die Symptomatik zu verstecken – sie haben immer einen Föhn in der Tasche, tragen Kleidung über der Kleidung, klemmen Damenbinden unter die Achselhöhlen, vermeiden den Handschlag u.v.a. mehr; es verbleibt aber immer die Angst „entdeckt“ zu werden und damit verbunden oft auch der vermehrte Schweißfluss.
Wird das krankhafte Schwitzen nicht gestoppt oder gezielt behandelt, können die anhaltende Unsicherheit und Angst zur Entwicklung manifester seelischer Erkrankungen wie Depressionen, Panikattacken oder einer Soziophobie führen, die es schwer bis unmöglich macht, soziale Kontakte aufzubauen und/oder zu pflegen. Wann immer Betroffene, Angehörige oder Freunde spüren oder sehen, dass die seelische Belastung zu mehr Schweiß und zu geringerer sozialer Belastbarkeit führen, ist der Weg zu einem Facharzt der Weg der Wahl.
Die Beruhigung des vegetativen  Nervensystems kann in all den Fällen, in denen die vorliegende Hyperhidrose keinen genetischen Ursprung hat, deutlich helfen, die überschießende Schweißproduktion zu reduzieren oder gar zu normalisieren. Ein gutes Beispiel ist der Verlauf einer ruhigen Nacht, in der keine Reize verarbeitet werden müssen. In diesen Nächten wird der Schweißfluss auch bei Patienten mit primärer Hyperhidrose dadurch in ein normales Maß geführt, dass der Organismus weniger Adrenalin bildet und der Fluchtnerv Sympathicus mit weniger Acetylcholin auch weniger Impulse zum Schwitzen gibt.
Diese für Personen mit Hyperhidrose positiven Situationen können durch verschiedene Methoden gezielt so herbei geführt werden, dass die Beruhigung des vegetativen Nervensystems rund um die Uhr anhält.

Yoga
Dazu gehört z.B. Yoga, bei dem eine Reihe körperlicher und geistiger Übungen am besten mit einem Lehrer so trainiert werden, dass sie zu einer Beruhigung des vegetativen Nervensystems und damit zu einer Beruhigung starker Emotionen führen.

Autogenes Training
Einen anderen Weg geht das autogene Training, das durch eine Selbstsuggestion mittels selbst entworfener Formeln und Sätze wie eine Selbsthypnose wirkt und das vegetative Nervensystem auf diesem Weg „herunterreguliert“. Fast alle Krankenkassen bieten kostenlose Kurse an.

Hypnose
Das gleiche Ziel kann durch eine ärztliche Hypnosetherapie erreicht werden, in deren Rahmen durch mehrere Sitzungen bei einem Psychotherapeuten, Psychiater oder Nervenarzt eine Tiefenentspannung erreicht wird.

Psychotherapie
Zu den erfolgversprechenden Methoden gehören auch bestimmte Formen der Psychotherapie, der leider fälschlicher Weise noch immer anhängt, dass sie ausschließlich bei Geisteskrankheiten eingesetzt wird. Die Angebote für Psychotherapie sind groß und nicht selten unseriös. Der beste Weg in eine seriöse Behandlung startet mit einer Anfrage bei der Krankenkasse, die dann spezifische Therapeuten empfiehlt, die ausschließlich wissenschaftlich untersuchte Verfahren anwenden, deren Wirksamkeit nachgewiesen ist. Bei den empfohlenen Therapeuten können dann Testsitzungen absolviert werden - wenn sich der Patient entschieden hat, stellt der Therapeut den Antrag auf Kostenübernahme.