Anders als Psychopharmaka wirken Anticholinergika nicht zentral dämpfend auf das vegetative Nervensystem, sondern hemmen die Ausschüttung von Acetylcholin, das in den sympathischen Nervenfasern die Impulse zur Schweißbildung überträgt. Exakt wegen dieser Wirkung sind Präparate mit den Wirkstoffen  Bornaprinhydrochlorid (Sormodren®) oder Methantheliniumbromid (Vagantin®) als verschreibungspflichtige Medikation bei Hyperhidrose zugelassen.
Wegen der Wirkung auf alle Schweißdrüsen werden Bornaprinhydrochlorid und Methantheliniumbromid insbesondere bei einer generalisierten (Ganzkörper-) Hyperhidrose eingesetzt. Bei  fokalen Hyperhidrosen wie z.B. an Händen, Füßen, Achseln zeigen bei konsequenter  Anwendung in der Regel Antitranspirantien plus einer Basistherapie mit Salbei und/oder  physikalischer Therapie ausreichende Resultate. Dies gilt umso mehr, als dass auch der  Einsatz von Anticholinergika nicht unproblematisch ist und zahlreiche  Nebenwirkungen hervorrufen kann.  
Zu den häufigeren unerwünschten Effekten gehören insbesondere diejenigen, die dadurch hervorgerufen werden, dass der erwünschte Effekt nicht auf die Schweißdrüsen beschränkt ist, sondern auch andere Organe erreicht. Dies kann zu Mund- und Augentrockenheit, Weitstellung der Pupillen, Verstopfung, Magenbeschwerden, Übelkeit, Kopfschmerzen führen und hat auch zur Folge, dass diese Präparate bei bestimmten Krankheiten wie z.B. erhöhtem Augeninnendruck, Blasenentleerungsstörungen, Herzrhythmusstörungen und auch während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingesetzt werden dürfen. Bei Auftreten von Nebenwirkungen kann versucht werden, ob diese durch geringere Dosierungen gemindert oder verhindert werden können.
Auch für den Einsatz von Anticholinergika gilt, dass die Wirkung nicht sofort, sondern nach etwa 2-3 Wochen eintritt.
Und auch für den Einsatz von Anticholinergika gilt der Grundsatz, dass im Rahmen der Behandlung einer Hyperhidrose keine der vielfältigen Therapiemöglichkeiten für alle Patienten gleichermaßen hilfreich ist. Auch deshalb muss hier beachtet werden, dass vor dem Einsatz immer alle weniger gefährlichen Varianten erfolglos angewendet wurden. Erst dann entscheidet die ärztliche Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses über den Einsatz von Anticholinergika.