Am Anfang stand das unkontrollierbare Schwitzen, dann die Erfahrung, dass das soziale Umfeld zuerst zögerlich und dann distanziert reagiert. Es folgten die Angst vor Kontakten, der persönliche Rückzug, die Scham und das Verstecken durchgeschwitzter Kleidung und nasser Hände bei unvermeidlichen Begegnungen.  
Bewerbungsgespräche scheitern, an Beförderung ist nicht zu denken, Einladungen werden seltener, das Selbstbewusstsein ist mehr als nur angekratzt und am Schlimmsten: All diese psychosoziale Belastung verstärkt die Symptomatik, der Schweiß fließt mehr als jemals zuvor. Die Angst und falsche Scham fressen sich in das Bewusstsein und setzen einen Teufelskreis in Gang, der ohne gezielte Therapie und einer für diese Probleme offene Gesellschaft nicht durchbrochen werden kann.
Niemand – weder die betroffenen Patienten, noch die beteiligte Gesellschaft – muss oder darf resignieren. Das offene Gespräch über eine bisher aus falscher Scham und echten Vorurteilen totgeschwiegenen Erkrankung kann Wege in eine Therapie ebnen und diese über den Abbau psychosozialer  Belastung erfolgreicher gestalten als jemals zuvor.  
Es ist nicht egal, wer auf wen zuerst zugeht – bis heute fühlen sich Betroffene Patienten auf der Anklagebank!