Grundsätzlich sind alle Krankenkassen verpflichtet die Kosten für die Behandlung einer Krankheit zu übernehmen. Dies klingt viel einfacher als der beschwerliche Weg, den viele Patienten mit Hyperhidrose gehen müssen um eine Kostenerstattung für die sinnvolle Therapie einer Krankheit zu erhalten, die den Patienten meistens weit mehr belastet, als der zuständige Sachbearbeiter der Krankenkasse nachvollziehen kann.
Die Hürden liegen vorwiegend in der katalogisierten Medizin, die heute immer mehr vorschreibt, welche Krankheiten mit welchen Mitteln und Methoden behandelt werden. Die erste Hürde liegt in dem in den Katalogen nicht konkret definierten Krankheitsbild der Hyperhidrose. Die zweite Hürde in modernen, vielversprechenden Behandlungsmethoden, die (noch) nicht in die Kataloge aufgenommen wurden. Die dritte  Hürde gilt nur für gesetzlich versicherte Patienten, da sich diese außerhalb der niedergelassenen  Kassenärzte keinen Facharzt – also z. B. keinen spezialisierten Klinikarzt - aussuchen dürfen.  
Zusätzlich gilt für alle Betroffenen  gleichermassen, dass die Kosten für die Behandlung einer Hyperhidrose erst dann übernommen werden,  wenn die ersten Maßnahmen einer Stufentherapie keinen Erfolg gebracht haben.
Um die erste Hürde – die grundsätzliche  Anerkennung des Vorliegens der Krankheit Hyperhidrose - zu überspringen, reicht manchen Kassen -  insbesondere bei teuren Therapieverfahren - nicht einfach die Verordnung eines Arztes. Bis heute gibt es keine festen Richtwerte für die Definition einer Hyperhidrose, doch akzeptieren die Kostenträger in der Regel, wenn die Ergebnisse einer Gravimetrie mit einem Ausstoß von mehr als 50ml pro Minute im Achselbereich und 30 ml pro Minute im Hand- und Fußbereich vorgelegt werden.   
Ist diese Hürde überwunden, wird die Geduld vieler Patienten schon bei der nächsten Stufe, dem Einsatz der Iontophorese geprüft. Vor einem Antrag zur Erstattung eines Heimgerätes muss während mehrerer Anwendungen in der ärztlichen Praxis getestet werden ob das Verfahren hilft – wenn ja, erfolgt die Erstattung eines Heimgerätes in der Regel komplikationslos.  
Komplizierter wird es, wenn als nächste Stufe Psychotherapie zum Einsatz kommen soll. Hier stellt der Patient nach der Entscheidung seines Arztes einen Antrag auf Psychotherapie und erhält von seiner Kasse in der Regel eine Liste mit 4 bis 6 zugelassenen Psychotherapeuten, bei denen er Probesitzungen durchführen kann. Grundsätzlich kann er alle vorgeschlagenen Therapeuten „testen“ und sich dann entscheiden wo er therapiert werden will. Der gewählte Therapeut stellt dann bei der Kasse einen Antrag auf eine bestimmte Anzahl von Sitzungen. Oft werden zunächst weniger Sitzungen genehmigt als beantragt, um den Therapieverlauf Schritt für Schritt beurteilen zu können – es folgen dann weitere Anträge.
Speziell für die Genehmigung von operativen Maßnahmen wie der Schweißdrüsen-Saugkürretage oder einer Behandlung mit Botulinumtoxin müssen Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen oft besonderes Verhandlungsgeschick aufbringen. Die Saugkürretage ist ein minimal-invasiver Eingriff, der in der Regel in der Praxes vorgenommen wird, aber im Leistungskatalog für niedergelassene Ärzte der gesetzlichen Krankenkassen nicht enthalten ist. Als Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse hat der Patient aber nicht das Recht, einen spezialisierten Arzt in einer Klinik aufzusuchen, da dieser keine Kassenzulassung hat. Es bleibt also entweder die Entscheidung, die Leistung selbst zu bezahlen, oder mit der Krankenkasse solange und so gut zu verhandeln, dass eine Kulanzentscheidung getroffen wird. Hilfreich ist dabei das Argument, dass ein Anspruch auf eine immer wieder zu wiederholende Behandlung mit Botulinumtoxin besteht und diese Behandlung spätestens nach zwei Jahren weit höhere Kosten verursacht als die Saugkürretage.
Ein besonderes Kapitel stellt die Kostenerstattung für eine Behandlung mit Botulinumtoxin dar. Die Behandlung ist teuer und nicht anhaltend – einerseits wird ein kostenbewusster Sachbearbeiter einer Krankenkasse deshalb vor einer Zusage abklären, warum eine Operation nicht die bessere Wahl sei. Andererseits wird er bei einer gewünschten Anwendung ausserhalb der allein für das Präparat Botox® zugelassenen Indikation einer Hyperhidrose in den Achseln darauf hinweisen, dass eben diese Zulassungen nicht existieren. Hier steht die Chancen für eine Kostenübernahme dann nicht gut.
Liegt eine ärztlich bestätigte Hyperhidrose vor und sind die ersten Stufen der Therapie erfolglos angewendet, ist es immer richtig sich mit der zuständigen Krankenkasse in Verbindung zu setzen, bevor Kosten für eine weitergehende Therapie entstehen. Die meisten Mitarbeiter der Kassen suchen nicht einfach Wege um Kosten zu sparen, sie suchen Wege um mit den Beiträgen verantwortungsvoll umzugehen. Bei dem Mangel an medizinischem Verständnis kommt es dabei in – wie bei der Hyperhidrose – nicht immer eindeutig geregelten Fällen auch zu anscheinend unlogischen Entscheidung. Das frühe Gespräch und die Unterstützung des behandelnden Arzten helfen hier immer evtl. Hürden abzubauen und pragmatische Lösungen zu finden.